Gedanken

Die Welt ist so unscheinbar. Sie ist wundervoll. Und so viele Dinge, die sie bewohnen, machen sie zu einem ganz sonderbarem Ort.

Doch heute geht es mir gar nicht gut. Es ist einer der Tage, in dem all das positive Einreden meiner Gedanken unglaublich wenig bewirkt. Das ständige Nachgrübeln warum ich traurig bin, belastet mich bis in die Seele. Ist jemand daran schuld?

Ganz klar: Nein. Das ist es nicht. Es liegt nicht an anderen. Meine Mitmenschen können nichts dafür wie ich mich fühle. Was mich so schwach macht, ist super einfach. Es sind meine Sehnsüchte nach Jemanden und das Verständnis von Liebe, an das ich glaube.

Ich schaue in den klaren Himmel. Zuerst blinsel ich. Danach zucken meine Augenbrauen noch ein wenig bis ich letztlich alles von ihr sehen kann. Das Hellste was ich bisher gesehen habe.
Die Sonne. Ist da draußen vielleicht jemand der mich versteht?

Als kleiner Junge sah ich öfters zur Sonne hinauf. Jedes Mal ermahnte mich mein Vater:
„Hey tu das nicht. Das ist gefährlich.“ Wieso ist das gefährlich fragte ich ihn. Mit seiner Antwort konnte ich damals nichts anfangen. Den Sinn seiner Antwort erfüllte sie dennoch.
Ich bekam Angst.

Es gibt viele Arten von Ängsten. Doch allesamt fühlen sich schrecklich an. Einem die Panik zu nehmen, ist in dieser Hinsicht etwas Tolles. Schafft man es den Bann einer Angst zu brechen, so kann dieser Zauber etwas richtig Großes bewirken. In meinem Fall war es die Angst vor etwas, das hätte eintreten können. Ein Gefühl von Abneigung der möglichen Zukunft kam in mir auf.

Ich atme tief ein. Während ich die Luft anhalte, wenden sich meine Augen der Sonne ab. Nach langem Ausatmen setzt sich mein Blick in der Dunkelheit fest. Doch ich sehe sie nicht richtig. Grünlich und hell ist sie, diese Dunkelheit. Die Sonne hat mir einen leuchtenden Schimmer auf mein Blickfeld gelegt. Schatten und Finsternis kann ich nicht mehr erkennen. Jetzt verstehe ich allmählich die Bedeutung hinter der Antwort meines Vaters.

Blind werden. Jemand, der nur Schönes erlebt, dem es super gut geht, der sieht vielleicht auch nicht das viele Leid und die Trauer, die jede Zeit inne hat. Verdenken kann ich es niemanden. In gewisser Weise sind wir ja mit Sehnsüchten geboren. Sind es nicht unsere Wünsche, die Träume, die wir tagtäglich haben, die Neigung zu etwas und der eigene Wille sein Leben zu gestalten, die uns zu dem machen, der wir sein könnten oder der wir bereits sind?

In meiner Laune findet jedoch Trauer die Überhand und spricht zu mir:
Nicht jeder Wunsch ist begehrenswert. Nicht jeder Traum verläuft schön. Nicht jede Neigung macht uns zu jemand besseren. Nicht immer macht uns unser Wille und die Entscheidungen die wir treffen, glücklich.

Und doch gibt es sie. Die wunderbare Welt unserer Phantasie. Eine Welt, die wir in unserem Herzen tragen. Plötzlich steigt in mir eine naive Hoffnung auf. Wann also ist es soweit? Wann kommt mein lang ersehnter Retter, klopft an meine Tür und fragt:
„Ist da noch ein Platz für mich in deinem Herzen?“

Es wird lauter. Ich höre.. ein Klopfen. Das starke Pochen an meiner Brust. Aber da ist niemand. Keiner hier, dem ich die Tür öffnen kann – Der mich versteht. Nur meine riesige Sehnsucht nach Zärtlichkeit, die wild in meinem Blut fließt. Die mich ganz unruhig macht. Für die ich bis zur Sonne rennen würde um sie endlich zu besänftigen. Wohin also? Wohin nur mit all der ganzen Liebe

 

Sie lasen Gedanken, ein Text von Zoul – Danke fürs Vorbeischauen

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